Ausfahrt 2005         Wolfgangsee / Österreich  

 

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Ausfahrt 2005         Wolfgangsee / Österreich            16.-17. Juni 2005

Eigentlich sollte in diesem Jahr keine IG-Ausfahrt stattfinden. Mit dieser Vorstellung wollten sich Ruth und Wolfgang Kristen nicht so recht abfinden. Sie machten sich Gedanken über ein attraktives Ausflugsziel für eine 2-Tagestour. Nach einigen Probefahrten stand die Entscheidung endgültig fest. Der Wolfgangsee, idyllisch im Salzkammergut gelegen, sollte zum Ziel unserer IG-Ausfahrt werden.

Der Wetterbericht sagte für die beiden vor uns liegenden Tage überwiegend schönes Wetter voraus. Nur vereinzelt sollten ein paar kurze Schauer niedergehen. 12 Fahrzeuge kamen zu dem vereinbarten Treffpunkt am Schwaiger Kreisel in Rosenheim. Das legendäre blaue Goggo der Familie Bösser kam im Transporter aus Linsengericht eingeflogen. Auch Paul Dürr traf mit seinem Karmann Ghia Cabrio in Begleitung seines Nachbarn ein, nachdem er in der Nacht zuvor mit Wolfgang eine defekte Membran im Vergaser ausgetauscht hat. Schnell wurde noch bei einem hellbraunen Käfer Cabrio, dessen Besitzer ungenannt bleiben will, noch ein Keilriemen getauscht und schon konnten wir kurz nach 8.00 Uhr unsere erste Etappe nach Seebruck am Chiemsee unter die Räder nehmen.

        

Unser Führungsfahrzeug, der 914er Porsche von Klaus Henschel, brachte uns über ein paar kleine Kreisstraßen zum zweiten Treffpunkt in Seebruck. Dort warteten schon Heribert und Rosemarie Füchsl und Manfred und Franziska Schubert mit ihren Goggos auf uns. Nach kurzer Begrüßung ging es von Chiemsee auf  kleinen Nebenstraßen nach Traunstein, wo wir trotz einer unvorhergesehenen Umleitung, dank unserem „Rosenheimer Abbiegesystem“, nicht auseinander gerissen wurden. Wir lagen gut im Zeitplan und erreichten fast pünktlich zum Mittag Neukirchen. Auf dem großzügig angelegten Marktplatz konnten wir unsere Fahrzeuge problemlos abstellen und so mancher Tourist freute sich über die kleine Oldtimer-Ausstellung. Während des Mittagessens ging ein heftiger Regenschauer nieder, der aber genauso schnell vorbei war, wie er gekommen war.

 

Frisch gestärkt brachen wir gegen 2 Uhr in Richtung Bad Reichenhall und Salzburg auf. Um dem Verkehr in Salzburg zu entgehen führten uns die beiden Trapper Klaus und Andrea im 914er Porsche über kleinste geteerte Feldwege geschickt um Salzburg herum. Nach einem Tankstopp nahe Salzburg trennte sich unsere Gruppe auf. Peter Frohnwieser führte die schwächeren Fahrzeuge auf der Bundesstraße 158 nach Fuschl am See, während die andere Gruppe sich für steile und schmale Pass-Straßen entschied.  Die Steigungen waren zwar recht knackig, aber der Ausblick war überwältigend. Während es für größere Fahrzeuge, wie den MG von Martin und Sigrid Hillinger, fast im Standgas berauf ging, schweißten die Goggo-Piloten das Gaspedal mit dem Fuß am Bodenblech fest. Teilweise passten keine 2 Autos, auch keine Goggos(!), auf der Straße aneinander vorbei. Zum Glück gab es viele Ausweichbuchten und entgegenkommende Fahrzeuge waren kein Problem. Zweifellos war diese Strecke eines der Highlights der Ausfahrt.

In Fuschl trafen wir wieder auf den Rest der Gruppe. Von dort ging es weiter auf der Bundesstraße 158 zum Wolfgangsee. Die Seestraße bietet einen hervorragenden Blick auf den See und ist breit genug, dass überholende Fahrzeuge nicht behindert wurden. Das nutzte auch Irene Asmus, die ihren (Kamera-)Mann Peter mit bemerkenswerter Geschwindigkeit in ihrem Goggo Coupe durch das Starterfeld manövrierte.


 

Unser Hotel lag keinen Steinwurf weit vom See entfernt. Nach dem einchecken gönnten wir uns und unseren Oldtimern nur eine kurze Verschnaufpause. Zum Abendessen organisierten unsere Routenplaner die Durchfahrt durch die normalerweise gesperrte Innenstadt von St. Wolfgang. Ich denke, jeder genoss die Momente, mal in Schrittgeschwindigkeit in einem Oldtimer über eine Flaniermeile zu fahren. Balsam fürs Ego.

Den steilen Anstieg zur Jausenstation Aschinger bewältigten alle Fahrzeuge problemlos. Oben angekommen entschädigten der Ausblick und vorzügliches Essen. Hier gesellte sich auch ein Reporter des Bayerischen Rundfunks zu uns, der im Rahmen der Sendereihe „Wir in Bayern“ eine Reportage über Goggomobile produziert. So wurde auch das Goggo-Coupe von Matthias Ruhsamer zum Fernsehstar. Gegen Abend zogen über den benachbarten Bergen dunkle Gewitterwolken auf, die uns aber zum Glück nicht erreichten. Nach der Rückfahrt zum Hotel nutzen einige die Gelegenheit für ein Bad im Wolfgangsee. Das Wasser war traumhaft, auch wenn rings um uns das Wetterleuchten der Gewitter zu sehen war. Wie wir am nächsten Tag erfuhren, gab es in den Nachbartälern starken Hagel mit 5cm dicken Hagelkörnern. Da hatten wir mit unseren Oldtimern noch mal Glück gehabt.

 

Nach dem Frühstück am Sonntag teilten wir uns vor der Weiterfahrt in kleine Gruppen auf. Das Angebot reichte von einer Bootsfahrt nach St. Wolfgang über die Sommerrodelbahn bei Strobel bis zum Besuch des Fahrzeug und Technikmuseum in Bad Ischl. Leider hatten Verena, Klaus und Andrea auf der Sommerrodelbahn einen Unfall, der durch eine defekte Bremse am Rodel ausgelöst wurde. Nach einer Untersuchung im örtlichen Krankenhaus überführte Ruth die drei Verletzten in ihrem Käfer Cabrio in Rosenheimer Krankenhaus. Wie sich erst später herausstellte war zum Glück war nichts gebrochen, aber Prellungen sind oft schmerzhafter.

 

Etwas direkter als unsere Anreise war der Heimweg. Salzburg streiften wir am Stadtrand und von dort führte die Route zum Waginger See. Auf einer Anhöhe wartete der Schnitzelwirt auf uns. Die Auffahrt zum Restaurant liegt etwas versteckt und prompt erwischten wir statt der flacheren Hauptstraßen eine steile Rampe. Der Champion von Lothar Kieber nahm viel Anlauf, schaffte aber nur zwei Drittel der Steigung. Mit vereinten Kräften gelang es aber den Champion auf den Berg zu schieben. Stärkung gab es dann in Form von Schnitzeln, so groß wie Pfannkuchen!


Damit war auch das offizielle Ende der IG-Ausfahrt erreicht. Grüppchenweise brachen nach dem Mittagessen die Teilnehmer in alle Himmelsrichtungen zur Heimfahrt auf. Die Mühen der Organisation haben sich in jeder Beziehung gelohnt. Dafür im Namen aller Teilnehmer ein herzliches Dankeschön an Ruth und Wolfgang Kristen. Auch war in diesem Jahr die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge außergewöhnlich gut. Es gab keine Panne auf der Strecke und Wolfgang Kristen musste sein Werkzeug nur für die Reparatur von Josef Edmüllers Sonnenbrille auspacken. Sein MG dagegen lief wie ein Uhrwerk. Wäre da nicht die Sache mit dem hellbraunen Käfer Cabrio und dem Keilriemen……

Cersten Richter

 

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© Cersten Richter 2005 
Letzte Aktualisierung: 16.09.2005